Feb 122016
 

Brot ist in Deutschland Grundnahrungsmittel Nr. 1. In unserer Familie essen wir meist zweimal täglich welches. Und doch kaufen wir so oft unser Brot im Supermarkt oder Discounter. Bäckereiketten verkaufen millionenfach Teigrohlinge an unzählige Zweigstellen, optimieren den Backvorgang mit Maschinen, billigen Zutaten und Chemie.

Ich habe vor einer Weile eine Sendung im Fernsehen gesehen, in der Sarah Wiener und Tim Mälzer Brote von Bäckern und Discountern testeten und untersuchten. Ihr Fazit war verheerend für die massenproduzierten Backwaren (im Gegensatz zu den handwerklich von guten Bäckern hergestellten). Den Geschmack einmal ganz außer Acht lassend sind da alleine die nicht deklarationspflichtigen Enzyme und E-Zusatzstoffe, von denen bisher keiner weiß, welche Auswirkungen sie bei dauerhaftem Genuss auf unsere Gesundheit haben, denn sie sind noch gar nicht ausreichend getestet. Dann die Fragen nach Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Ökologie, das Kaufverhalten der meisten Kunden, denen günstige Preise und Quantität ständig wichtiger zu sein scheinen als gute Qualität und Gesundheit… Aber ich schweife ab, ich möchte gar nicht politisch werden.

Ich habe jedenfalls für mich und meine Familie beschlossen, dass wir ab sofort diesen Kreislauf durchbrechen und zumindest was unser Brot angeht von nun an unabhängig agieren. Brot backen ist nämlich gar kein Hexenwerk! 😃

Ein kleines Rezept aus Annabel Langbeins wunderbarem Kochbuch hat mir gezeigt, mit Gehen und Backen ist ein Brot in weniger als 2 Stunden fertig. Das ist doch was, so manche Einkaufstour dauert länger! Stellt euch einfach das wunderbar heimelige Gefühl, wenn der Duft nach Frischgebackenem durch euer Haus wabert! Einfach herrlich! (Nicht umsonst leiten Lidl, Aldi & Co. die Abluft aus ihren Brotbackautomaten in den Eingangsbereich des Geschäftes!)

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Außerdem kann man, sofern man einen gewissen Grundstock an Zutaten im Vorratsschrank hat, sein Brot nach Herzenslust variieren! Ich verrate euch mal, was in meiner Pantry so vorhanden ist:

Helle Mehle:

  • Weizenmehl Type 405
  • Weizenmehl Type 550
  • Weizenmehl Type 1050
  • Vollkorn Weizenmehl
  • Dinkel Vollkornmehl

Dunkle Mehle:

  • Roggenmehl Type 997
  • Dunkles Roggenmehl Type 1150

Nüsse und Kerne:

  • Haferflocken zart
  • Haferflocken kernig
  • Sonnenblumenkerne
  • verschiedene Nüsse/Nussmischungen
  • Sesam geschält
  • Weizenkleie
  • Kürbiskerne

Außerdem:

  • Trockenbackhefe
  • Sauerteig fertig (z.B. von Seitenbacher in solch einem 75 g Quetschtütchen)
  • Salz
  • Zucker
  • Kräuter und Gewürze nach Belieben (Schwarzkümmel, Kümmel, Fenchel, Thymian etc.)
  • Öl (Ich nehme meist Olivenöl)
  • Wasser 😇

Eine Zeitlang habe ich auch meinen Sauerteig selbst angesetzt, aber ich muss gestehen, das ist mir auf Dauer zu aufwendig. Der Fertige tut es durchaus auch!!! Schaut für die Zutaten ruhig mal nach Bioprodukten, die gibt es oft schon zu recht erschwinglichen Preisen. Auch DM ist einen Besuch wert, gerade Körner etc. sind dort viel günstiger als in Supermärkten. Ihr könnt das Sortiment natürlich beliebig erweitern! Da ist eurer Fantasie keine Grenze gesetzt.

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Und für ein ca. 800g schweren Laib meines Lieblingsbrotes muss ich nur das Folgende tun:

  1. Ca. 400 ml warmes Wasser mit 1/2 TL Zucker und einem Tütchen Trockenhefe verrühren (der Zucker ist wichtig, damit die Hefe, naja, schön pupsen kann! 😉).
  2. 200 g helles und 200 g dunkles Mehl in die Backschüssel der Küchenmaschine.
  3. 2 Handvoll Haferflocken (sind ca. 80 – 100 g) dazu geben.
  4. 100 g Sonnenblumenkerne ebenfalls.
  5. 1 Handvoll Sesam genauso.
  6. 2 EL Weizenkleie, rein damit!
  7. Außerdem ca. 2 EL Öl und 2 gehäufte TL Salz. (Achtung, viel Salz ist echt wichtig, sonst schmeckt das ganze Brot einfach nur fade!)
  8. Und nicht zu vergessen: eine Packung (75 g) fertigen Sauerteig.
  9. Hefe-Wasser-Mischung hineingießen.
  10. Jetzt lasst ihr die Küchenmaschine arbeiten, bis ein recht feuchter, klebriger Teig entstanden ist. Evtl. noch Wasser hinzufügen. Lasst die Maschine einfach einige Minuten kneten. Der Teig sollte zäh vom Löffel reißen.
  11. Eine Kastenform (ganz normale Größe, wie für Marmorkuchen) mit etwas Öl einpinseln. Den Teig hinzugeben und mit einem nassen Löffelrücken glatt streichen. Wer will kann das Brot jetzt mit Haferflocken, Sesam oder Mehl bestäuben.
  12. Tuch drauf und an einem warmen Ort gehen lassen, bis das Brot etwas über den Formrand drüber ragt. Dauert, wenn der Teig nicht zu trocken war, ca. 30 – 40 Minuten. Andere Tätigkeiten erledigen, z.B. eine Tasse Kaffee genießen. 😊
  13. Backofen auf 200 °C vorheizen, dabei eine feuerfeste Schüssel mit Wasser mit hineinstellen, die sorgt für ein schönes feuchtes Klima für gleichmäßiges Aufgehen des Brotes im Ofen und eine schöne Kruste.
  14. Das Brot 40 Minuten backen (klopft ihr auf die Oberseite und klingt es dann hohl ist das Brot fertig!), herausnehmen und auf direkt aus der Form auf ein Kuchengitter zum Abkühlen geben. Am Duft erfreuen.
  15. Essen. Stolz und glücklich sein. Gesund bleiben.

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Wollt ihr Nüsse im Brot haben, solltet ihr sie vorher kurz in einer trockenen Pfanne anrösten, dann entfalten sie ihren Geschmack besser. Natürlich könnt ihr ganz nach belieben auch Chili (trocken oder frisch), gehackte Oliven, Pinienkerne oder Zwiebeln (ebenfalls geröstet), oder was euch sonst noch so einfällt mit hinzugeben. Vertraut auf die Hefe und den Sauerteig, selbst wenn noch bis zu 100g feuchte Zutaten hinzugefügt werden, erledigen sie brav ihre Arbeit. Variiert einfach, was euer Lieblingsgeschmack ist! Nach einigen Versuchen seid ihr so routiniert, dass ihr den Teig in weniger als 10 Minuten gemischt habt, der Rest ist ja sowieso ein Kinderspiel.

Versucht es mal! Schlagt den Billig-Anbietern ein Schnippchen. Tut etwas für euer Selbstbewusstsein, backt euch glücklich und gesund! Viel Spaß dabei! 😘

Bis bald!

 

 

 

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